Publikationen - Presseberichte

 
Die Sänger des MGV Harmonie im Bürgerzentrum Bruchsal

 

Badische Neuesten Nachrichten - Herbert Menrath 18. Juli 2011
"all cantare" feierte Geburtstag

 

„No Woman, No Cry“ - der Titel einer der bekanntesten Reggae-Balladen Bob Marleys zierte das Deckblatt des Programmes  eines in jeglicher Hinsicht wohlgelungenen Konzertes der „Harmonie Büchenau“, erstmals durchgeführt in der angenehm beschallten Veranstaltungshalle im Ort. Ursprünglich ein Trostlied („Nein Frau, weine nicht“), entpuppte sich nun diese Aussage als freudige Feststellung (der Sänger?), quasi eine Erleichterung darüber, dass die Frauen bei der „Harmonie Büchenau“ nicht mehr „außen vor“ sind, sondern einen beachtlichen Klangkörper in diesem Verein bilden und kräftig mitmischen können. Anlass war das fünfjährige Bestehen des Frauenchors „all cantare“, der unter der sicheren Leitung von Doris Pfeff  in dieser kurzen Zeit zu einem homogenen Klangkörper voll lebendiger Frische und sprühendem Elan herangewachsen ist. Wenn der Brauch vieler Chöre, statt gediegener  Volksliedbearbeitungen neu arrangierte Popsongs in ihr Repertoire einzubeziehen, ein Maßstab für die Aktualität und das Ansehen ist, dann hat „all cantare“ sicherlich die Nase vorn, insbesondere auch deshalb, weil er durch die Qualität der Darbietungen zu überzeugen vermag. So erlebten die vielen begeisterten Zuhörer ein Geburtstagskonzert, bekamen einen musikalischer Bilderbogen von kaleidoskopartiger Vielfalt, voll Spannung vom ersten bis zum letzten Ton zu Gehör. Singend betraten die Damen mit einer „Einsinge-Übung“ die festlich geschmückte Bühne und der Funke sprang beim ersten Lied „Have a nice day“ sofort auf das Publikum über. Zwei Stücke aus „Sister Act“ folgten, das „Salve Regina“ in Englisch und „I will follow him“, beide Stücke insofern janusköpfig, als der jeweilige Anfang sich zunächst klassisch geriert, dann aber plötzlich in einen aktuellen Pop-Sound umschlägt und - bei guter Darbietung wie hier -  richtig „groovt“. Der Männerchor brachte  bei seinem ersten Auftritt vorwiegend eher besinnliche Lieder wie „O Herr, welch ein Abend“ auf einen spezifisch auf das Geburtstagskind zugeschnittenen Text mit dem Solisten Rudi Katz zu Gehör. Unter dem umsichtigen und sicheren Dirigat von  Peter Ribnitzky  bestach der Chor insbesondere bei „Dank an die Freunde“ von Heinrich Stahl und

 

der „Abendruhe“ von Rolf Kern durch einen geschlossenen und aparten Chorklang. Der Frauenchor setzte das Programm fort mit arrangierten Pop-Songs wie den etwas elegischen „One fine day“ und „California dreaming“, letzterer sehr gefühlvoll von der Flötistin Birgit Stassen mitgestaltet und begleitet von der Pianistin Natascha Hock, die an diesem Abend stark eingebunden war und durch ihr sicheres Spiel großen Anteil am Erfolg hatte. Der erste Teil endete mit der Darbietung eines Projekt-Kinderchores, wobei die Leiterin Doris Pfeff sich als ausgezeichnete Gitarristin erwies und außerdem es verstand, das Publikum zu einem afrikanischen Lied musikalisch einzubinden. Im zweiten Teil,  szenisch eindrucksvoll eingeleitet durch den Streit eines Ehepaars mit „Hit the road, Jack“ (Hau ab, Jack) und einem seiner dynamischen Vielfalt wegen beeindruckenden „You raise me up“ durch den Frauenchor agierte auch der Männerchor in ähnlichem Fahrwasser, bevor beide Chöre sich beim durch die Beach Boys bekannt gewordenen „Barbar‘ Ann“ singend vereinten, optisch aufgewertet durch den getanzten Rock’n‘ Roll des Tanzpaares Marianne Herr und Günter Jahnke. Und als schließlich noch aus der „Jazz-cantate“ von Andy Beck das „Cantate canticum novum“ mit dem Saxophonisten Paul Effenberger und dem Cajonisten Jochen Geißler auf der Kistentrommel erklang, war der klangliche Höhepunkt erreicht. Als es schließlich dann in einem Lied hieß: „Die Männer waren zu lange allein“, so konnte man dem nur beipflichten. Dann der grandiose Abschluss mit John Rutters „Schau auf die Welt“, zusammen mit dem Kinderchor und den beiden Erwachsenen-Chören, bei der eine Tanzgruppe der „Büchenauer Karnevalsgesellschaft“ unter der choreographischen Führung durch Birgitta Weckermann das klangliche Geschehen optisch überhöhte, eine Darbietung, die des großen Beifalls wegen wiederholt werden musste. So wurden viel entzückte Zuhörer in eine angenehme Sommernacht entlassen.

 

 

 

 

 

Badische Neuesten Nachrichten November 2010
Nacht der offenen Kirche - Stutensee-Staffort

 

Stutensee-Staffort (ml). Um 20.30 Uhr ist die Stafforter Kirche voll besetzt. Eine Reihe von Gesangssolisten und –solistinnen aus der Schule von Jacqueline Petry aus Weingarten lassen ihre Stimmen erklingen. „Amazing grace“, „Ich bete an die Macht der Liebe“ oder „Mehr will ich nicht von dir“ aus dem „Phantom der Oper“ werden durch den Kirchenraum getragen. Die Zuhörer lauschen, konzentriert und zugleich entspannt, aber es ist mehr als ein Konzert. Es ist die besondere Atmosphäre einer Kirche. „Das Beste ist, dass jeder kommen und gehen kann, wie er möchte. Kirche wird zur Begegnungsstätte“ urteilen zwei Frauen aus Büchenau. Die beiden wollen bis zum Schluss bleiben. „Schluss“ bedeutet Mitternacht. Pfarrer Bernhard Wielandt wird diese Nacht mit einem Liturgischen Tagesausklang beenden. Doch zunächst ist Zithermusik der „Badner Madeln“ zu hören, melodisch und harmonisch, sanft und beruhigend.

 

Else Gorenflo liest aus ihren Büchern heitere und besinnliche, nachdenkliche Texte von gestern und heute. Der Männergesangverein aus Büchenau zieht singend in das Gotteshaus ein. Warme und kraftvolle Bässe ertönen im Wechsel mit stimmungsvollen Gedichten von Rainer Maria Rilke. Zwischen den Programmteilen sind kurze Pausen, Gelegenheit für Gespräche und um die Köstlichkeiten am Buffet der Landfrauen zu probieren. „So etwas am Samstagnachmittag im Gemeindehaus könnte ich mir schwer vorstellen. Es muss schon nachts sein“ meint Markus Simon aus Staffort. „Das Besondere ist die offene Nacht“ erklärt auch Pfarrer Wielandt. „Viele unterschiedliche Gäste geben dieser Nacht ein eigenes Gesicht. Für die Kirche ist das eine Möglichkeit, sich von einer ganz anderen Seite zu präsentieren“.

 

 

 

Pressebericht vom 18.10.2010
„All cantare“ Auftritt nach den Sommerferien 

 

Mit zwei gelungenen Auftritten meldete sich der Frauenchor „all cantare“ des MGV Harmonie Büchenau nach den Sommerferien eindrucksvoll zurück. Am 10.10. hatte uns der Gesangverein 1864 aus Untergrombach zu seinem Sängerfest zusammen mit anderen jungen Chören eingeladen. Die Tatsache, dass sich angesichts des tollen Wetters und vieler Konkurrenzveranstaltungen, relativ wenig Zuhörer in der Untergrombacher Mehrzweckhalle eingefunden hatten, verdarb uns nicht die Lust am Singen. Mit dem afrikanischen "Lied für die Erde" betraten wir die Bühne. Danach wechselten sich Gospels und deutsche temperamentvolle Songs, wie z.B. „Bei mir bist du schön“, „Wir machen Musik“ u.a. ab. Auch das getragenere „You raise me up“, das wir erstmals vor

 

Publikum sangen, kam gut an. Die Vorbereitung und Leitung lag in den Händen von Doris Pfeff. Natascha Hock begleitete uns gekonnt und sicher am Klavier. Nach unserem letzten Lied „Lollipop“ forderten die Zuhörer noch eine Zugabe. Der Beifall und die anerkennenden Worte vieler Mitglieder anderer Chöre begleiteten uns auf dem Heimweg. Am 17.10. traten wir beim Sängerfest in Karlsdorf mit ähnlichem Repertoire, viel Engagement und positiver Resonanz auf. Um auch weiterhin an diese Erfolge anknüpfen zu können, würden wir uns sehr freuen, in unserer Singstunde mittwochs abends um 20.30 Uhr alte und neue Sängerinnen begrüßen zu dürfen.

 

 

 

Badische Neuesten Nachrichten vom 18.12.2009
Gegengesang im Gotteshaus - Adventskonzert in Büchenau mit Schweizer Männerchor  

 

„Mache Dich auf und werde Licht", unter diesem Motto wurde ein abwechslungsreiches in sich stimmiges Programm von den Chorleitern aus Maienfeld, Schweiz, Lucretia Bärtsch und der Harmonie Büchenau, Doris Pfeff und Gert Bachmaier zusammengestellt. Der Männerchor aus Maienfeld war zu einem Gegenbesuch nach Büchenau gekommen. Vor gut zwei Jahren war der MGV zu Gast in der Schweiz. Das Programm war im ersten Teil zunächst geprägt von den weihnachtlichen Liedern in der Weihnachtszeit. Beide Männerchöre wurden stilsicher von ihren jeweiligen Dirigenten geführt. Eine Ausnahme bildete dabei der Frauenchor der Harmonie, all cantare. Hier mischten sich bereits die ersten bekannten Spirituals, wie "Somebody's knocking" oder "Heaven is a wonderful world", schwungvoll vorgetragen, ein. Im zweiten Block wurden mehr moderne Kompositionen gesungen, insbesondere von den Chören aus Büchenau, so unter anderem „Sunny Light Of Bethlehem", „This Little Light

 

Of Mine" vom Frauenchor oder ,,Keep Your Lamps" oder „In der Mitte der Nacht" vom Männerchor des MGV. Die Höhepunkte des Konzertabends waren das von beiden Männerchören in Form eines vierstimmigen Kanons und sehr ausdrucksvoll intonierte „Mache Dich auf und werde Licht". Das Ave Maria (von Franz Biebl) spielten die beiden, Chöre der Harmonie dergestalt ab, dass dem Männerchor im Altarraum ein kleiner Frauenchor auf der Empore der Kirche gegenüberstand. Den Solopart sang dabei Gert Bachmaier äußerst gefühlvoll. Das Konzert wurde vor einem begeisterten Publikum mit der alten Weihnachtsmelodie „Adeste fideles" sowie einer Zugabe beendet. Der Besuch des Schlosses und des Musikinstrumentenmuseums in Bruchsal sowie des Weihnachtsmarktes in Karlsruhe rundeten dabei das Konzertwochenende der Schweizer Freunde in Büchenau ab.

 

 

 

Badische Neuesten Nachrichten vom Mai 2006
MGV Harmonie auf Konzertreise in Maienfeld, Schweiz - Gert Bachmaier besteht seine Feuertaufe

 

Der MGV Harmonie Büchenau war wieder einmal auf Reisen (04. – 06.05.07). Was im August 2005 mit einem harmlosen Eintrag seitens der Chorleiterin Lucretia Bärtsch, im Gästebuch auf der Internetseite des MGV begann, mündete gut   1 ½ Jahre später in einem gemeinsamen Konzert zusammen mit dem Männerchor aus Maienfeld, Kanton Graubünden, Schweiz. Dazwischen hatten bereits diverse gegenseitige Besuche von Vereinsvertretern stattgefunden. Vor gut einem Jahr wurde der Plan für eine Konzertreise konkret begonnen. Neben einem sehr fein konzipierten Besuchsprogramm mit Stadtführung, Weinprobe sowie dem Besuch des berühmten Heidihauses (weltbekannt durch die Heidigeschichte von Johanna Spyri) stand das Konzert am Samstagabend im Mittelpunkt. Nachdem der Männerchor Maienfeld in der vollbesetzten Kirche mit traditionellen Lieder, wie u.a. Maidle lass dir was verzähle und Ach wie ist’s möglich dann (beide von Friedrich Silcher), Liebes Mädchen hör mir zu (Satz v. Waldemar Klink), Ging die Strasse schon (aus My fair Lady) sowie den beiden rätho-romanischen Liedern Mintga sera (Tumasch Dolf) und Lueget von Berg und Tal (Schweizer Abendlied) sehr ausgewogen und dem feinen Dirigat ihrer Chorleiterin Lucretia Bärtsch folgend, begonnen hatte, umfasste die Liedauswahl des MGV mehr die moderne Literatur. So wurden im ersten Konzertteil auf Gospel & Spirituals, wie z.B. Didn’t my Lord deliver Daniel (R. Emerson) oder When the Saints go marching in (D. Hood) zurückgegriffen, während im zweiten Abschnitt so bekannte Titel wie Scarborough Fair,   Solang man Träume noch leben kann (S. Zauner,A. Strobel, H.K. Scharf), Only you (V. Clarke) oder The Rose (A. McBroom, L. Harry) intoniert.   Alle Titel wurden mit sehr großer Konzentration, äußerst ausdrucksvoll und in wohl geformtem Klangbild vorgetragen.

 

Besonders beim Spiritual Hush (B.W. Dennard) konnte man im Kirchenraum sprichwörtlich eine Stecknadel fallen hören, mit soviel Gefühl und Intensität sangen die „MGV-Männer“. Der Konzertbeginn wie der Konzertabschluss wurde von beiden Chören gemeinsam gestaltet. Mit fast 80 Sängern bildete sich ein gewaltiger Klangkörper, der dennoch sehr harmonisch zusammenwirkte. Die Zuhörer bekamen dabei nie den Eindruck, dass im Altarraum zwei Chöre standen. Mit den Weisen „Oh Du schöner Rosengarten (Kurt Lissmann) und mit „Abendruhe“ (Rudolf Kern) beeindruckten die Sänger die Zuhörer. Gert Bachmaier, als neuer Dirigent seit Dezember 2006 beim MGV in Diensten, hatte den Chor in dem für ihn nicht einfachen Übergang von knapp 5 Monaten musikalisch hervorragend eingestellt und seine „Feuertaufe“ damit glänzend bestanden. Am Sonntag hieß es dann wieder Abschied nehmen. Nach einem gemütlichen und sehr ausgedehnten Frühstück auf einem nahegelegenen Bauernhof traten die beiden Chöre nochmals in Erscheinung, um zu unterstreichen, warum Singen pure Lebensfreude ist. Die Sängerfamilie des MGV erlebte ein bestens vom Männerchor Maienfeld liebevoll organisiertes Konzertwochenende, was schließlich dazu führte, dass die MGV-Verantwortlichen den Männerchor Maienfeld zu einem Gegenbesuch im Jahre 2009 eingeladen haben. Begeleitet wurde der MGV u. a. von Ortsvorsteherin Marika Kramer, die ihrerseits die besten Wünsche der Stadt Bruchsal und des Ortsteiles Büchenau überbrachte. Dank gilt es vor allen Dingen an den Organisator der Reise, dem 2. Vorsitzenden Franz Hasenfuß, für die umfangreiche Arbeit zu sagen.

 

 

 

Badische Neuesten Nachrichten vom 16. November 2005
Konzertprojekt mit beachtlicher Nachwirkung

 

Synergieeffekte kommen am wirksamsten zur Geltung, wenn das Stammkapital der Kooperationspartner groß und stark ist. Die beiden Männerchöre "Harmonie" Büchenau und "Sängerbund" Obergrombach sind von Hause aus Garanten für Chorklang vom Feinsten und die Namen der Chorleiter, Stefan Kistner als ausgewiesener Kreischormeister und Herbert Menrath als hochdekorierter Schul- und Kirchenmusiker, sind ihrerseits Qualitätsbegriffe von besonderem Rang. Das Programm folgte einer richtungsweisenden Konzeption, nicht der Abspulung tradierter Repertoiretitel, sondern einer Folge neu einstudierter Raritäten der auch liturgischen Männerchorliteratur. Im Zentrum stand die Aufführung der Messe "Sancti Friederici" für Soli, Männerchor und Orgel von Joseph Gruber, nicht zu verwechseln mit jenem sehr viel älteren Salzburg-Halleiner Stille-Nacht-Gruber. Josef Gruber wurde 1855 in Niederösterreich geboren, war Bruckner-Schüler, er starb 1933 in Linz. Stadtpfarrer Edgar Neidinger gab eine Einführung in die auch liturgiegeeignete Missa Brevis Grubers, und er bettete das Werk ein in seinen originären theologisch-religiösen Kontext. Dem Johannesevangelium entsprechend war am Anfang das Wort, und deshalb ist und bleibt die Musik die Dienerin dieses Wortes -ein Anspruch, der im Konzert erfüllt wurde. Umrankt wurde die Gruber-Messe von Chor- und Solobeiträgen. Letztere ausschließlich mit choreigenen Solisten, die semiprofessionellen Ansprüchen genügten. Jürgen Müller verfügt als sonorer Bass über schwarze Tiefen, sichere Höhen und eine reife Atemtechnik. Jens Skibbe ist mit schwindelfreien Höhen als echter lyrischer Tenor mit auch dramatischen Qualitäten die besondere Entdeckung des Abends. Der zweite Solo-Tenor des Abends, Stefan Degen, hat mit Geschmeidigkeit und Stilsicherheit in einer Bach-Arie überzeugt. Reinhard Wolf bestach mit seinem Zwei-Okta-ven-Ambitus. der tenorischen Höhe und Leichtigkeit, während Frank Neuberth mit seiner reifen und sympathischen Stimmkultur die ideale Ergänzung der Solo-Tenöre war. Die Positionierung der Solisten neben dem Spieltisch der Orgel war zwar vorteilhaft für die kurze Leine zum Organisten, aber der umstehenden dicht gedrängten Chorsänger wegen zum Nachteil der Klangpräsenz und Dynamik. Später war die erstaunliche Stimm- und Interpretationsqualität aller Solisten deutlicher erkennbar, als diese sich vor den Kreis der weit über 120 Chorsänger positionierten. Herbert Menrath spielte zwei stilistisch einheitliche

 

Beiträge für Orgel Solo aus der französischen Orgelmusik-Tradition. Der Organist agiert in seine langjährigen kirchenmusikalischen Heimat auf einer Orgel, die er sehr gut kennt und in einer vertrauten Akustik. Seine Registrierung ist intelligent und in der Chorbegleitung umsichtig, und dynamisch angemessen, immer kultiviert und defensiv.  Stefan Kistner übernimmt das Dirigat im "Deus Salutis" von G. H. Jones, spannt herrliche Legatobögen und leitet den homogenen, keine Sekunde nur addierten Chorklang der beiden sonst getrennt singenden Chöre mit Präzision und einer souveränen Bestimmtheit seiner versierten Zeichengebung. Menrath zeichnet anschließend gleichfalls sehr exakt, federn und motivierend. Es gelingen ihm vorzügliche, lupenrein intonierte Schlüsse, und das Sich-Trauen seiner Choristen wird fortschreitend deutlicher hörbar. In der Messe sind Jens Skibbe, Frank Neubert, Raphael Pompe und Jürgen Müller als hervorragend disponierte Solisten beteiligt. Das Kyrie gelingt verhalten, das Christe frischer, und im Gloria entfaltet sich die eindrucksvolle dramatische Wucht der Unisono-Melodik nach dem solistischen Vorspann. Die Intonationen von Gloria und Credo erfolgen choraliter, und im "Et incarnatus est" gestaltet und entfaltet Jens Skibbe eine tiefe und im doppelten Wortsinn "glaub-würdige" Verin-nerlichung. Benedictus und Agnus heben an mit sonorem Chorbass und eine spürbare Singfreude spiegelt mehr und mehr durch die immer intonationssichere Gestaltung. Mit einem besonders anspruchsvollen, weil polyrhythmischen Chorsatz im deklamatorischen Stil des Zeitgenossen Vytautas Miskinis überrascht Menrath als schlagtechnisch versierter Chorleiter, und das Konzert endet andächtig mit dem siebenstimmigen Ave Maria von Franz Biebl als quasi chorisches Concerto Grosso mit einem Solistenensemble und der Tutti-Besetzung im Gegenpart. Dieses Konzertprojekt der besonderen Art - oder war es ein musikalisch hervorragend gestalteter Gottesdienst in gebetsähnlicher kontemplativer Atmosphäre? - wird auch als bürgerschaftliches Ereignis lange nachwirken, denn die sprichwörtliche Harmonie zweier Stadtteile und ihrer erfolgreichen Männerchöre tangiert nicht nur musikalisch-künstlerische, sondern auch ethische und politische Dimensionen.
Johann J. Beichel

 

 

 

Badische Neuesten Nachrichten vom 5. Februar 2005
Projekt Frauenchor abgelehnt 

 

Die Hauptversammlung des MGV Harmonie Büchenau fand im Probenraum der Mehrzweckhalle statt. Die Versammlung sollte auch das Thema "Projekt Frauenchor" erörtern und darüber entscheiden. In der Folge erstattete der Vorstand die Berichte, Wilfried Klein als Vorsitzender, Volker Seilnacht als Schriftführer, Franz Hasenfuß als stellvertretender Vorsitzender, Hartmut Matz als Kassierer und Chorleiter Stefan Kistner. Nach kurzer Aussprache und Bericht der Kassenprüfer wurde der Vorstand einstimmig entlastet. Als weiterer Punkt standen Neuwahlen der Verwaltung an. Dirk Fehlau wurde als weiterer stellvertretender Vorsitzender und Roland Rimmelspacher als Personalkoordinator einstimmig gewählt. Sangerkreisvorsitzender Manfred Zimmermann dankte den vielen Mitgliedern und nahm Ehrungen vor. Für 25-jährige Mitgliedschaft: Michael Bürger, Ernst Geißler, Günter Horstmann und

 

Jens Weber. Für 40 Jahre: Anton Henecka, Franz Robl, Heimfried Werner. Für 50 Jahre: Anton Geißler, Theo Geißler, Hermann Hellriegel, Walter Schäffner, Hans Zimmermann, für 75 Jahre: Albert Geißler. Zusätzlich erhielten Ernst Geißler und Günter Horstmann für 25 Jahre als aktive Sänger vom Badischen Sängerbund die silberne Ehrennadel. Zuletzt führte der oben angesprochene Punkt ,,Projekt Frauenchor, nicht gemischter Chor" zu einer regen Diskussion. Wilfried Klein trug sein Anliegen mit Argumenten vor, die sich auf die Entwicklung im Umfeld des Vereins stützten. Dem entgegen wurden viele finanzielle Bedenken geäußert. Letztlich erhielt das Vorhaben nicht die notwendige Stimmenzahl beim Votum. Damit wurde das Projekt Frauenchor abgelehnt.

 

 

 

Badischen Neuesten Nachrichten vom 15. September 2004
Die Freundschaft durch Musik vertieft - Büchenauer Sänger beim Männerchor der Partnerstadt Cwmbran herzlich aufgenommen

 

Unter dem Motto: "Freundschaft durch Musik" hatte der Pontnewydd Male Choir (PMC), den Männergesangvereins Büchenau (MGV) zum Jubiläumskonzert anlässlich seines 100-jährigen Bestehens nach Cwmbran, die walisische Partnerstadt von Bruchsal, eingeladen. Und da die Büchenauer Sänger sowohl Freundschaft als auch Musik schätzen, folgten sie der Einladung mit viel Freude und mit insgesamt 108 Personen. Der gemeinsame Auftritt beider Chöre in der bekannten Cwmbran Congress Hall war der unbestrittene Höhepunkt des sechstägigen Aufenthaltes. Die beiden Chorleiter Walford J. Hutchings und Stefan Kistner hatten das Programm so zusammengestellt, dass gemeinsam gesungene Beiträge den Schwerpunkt des Programms bildeten. Mit "Deus salutis" vermittelten die mehr als 90 Sänger beider Vereine gleich zu Beginn des Abends die Freude an der Erfahrung der Gemeinsamkeit, die sich während des Konzertes bis zu den gemeinsam gesungenen Hymnen steigerte, die vom Publikum im Stehen mitgesungen wurden. Aber auch die einzelnen Chöre wollten bei der Gelegenheit zeigen, was sie zu bieten ha ben. Als besonderes Bonbon hatten die Gastgeber den Bariton David Williams aus den USA einfliegen lassen, den Enkelsohn einer ihrer Sänger, der die Herzen des Publikums mit bekannten Arien eroberte. Der MGV variierte geschickt traditionelle Lieder mit Gospels und Spirituals. Dabei waren sowohl die homogenen Chorbeiträge als auch die Soli von Rudi Katz und des vielversprechenden Nachwuchssängers Leonhard Geissler überzeugend. Absolute Spitze war einmal mehr Nachwuchspianist Matthias Böhringer bei seinem atemberaubenden Auftritt mit einer Großen Etüde nach Paganini Nr. 6 von Franz Liszt.

 

Auch als Begleiter des Arrangements "Marina" von Arnold Kempkens sorgte er dank einer virtuosen Einlage für Aufsehen und außergewöhnlichen Schwung. Ziel des Treffens, das von der Stadt Bruchsal bezuschusst und vom Freundeskreis unterstützt wurde, war aber auch der Austausch zwischen den einzelnen Chormitgliedern. Die meisten Büchenauer waren bei Sängern aus Wales oder Mitgliedern des Freundeskreises Bruchsal untergebracht. So wurden alte Freundschaften vertieft und neue geschlossen. Wilfried Klein, der Vorsitzende des MGV, dankte beim Abschiedsfest, der so genannten "Farewell-Party", den Gastgebern für das "einzigartige Engagement" im Vorfeld, besonders aber während des Besuchs der Büchenauer Gäste. Als bleibende Erinnerung hatten die Büchenauer ein Fass badischen Rotweins mit Gläsern für alle Sänger mitgebracht. Lionel F. Boughay, der Vorsitzende des walisischen Chores, ließ es sich nicht nehmen, seinerseits den Organisatoren der Reise Hartmut Matz, Günther Horstmann, Rolf Berg und Wilfried Klein nochmals zu danken und Wolfgang Biedermann alles Gute zu wünschen, für den es die letzte Reise nach Cwmbran als Ortsvorsteher war. Die Farewell-Party zeigte, wie sehr die Vertreter der beiden Chöre in der kurzen Zeit miteinander vertraut geworden waren, ganz im Sinne der Proklamation, die der Weltchorverband IFCM 1990 in Helsinki formulierte: "Austausch und Lebensart zu gestalten, Länder- und Sprachgrenzen zu überwinden, Hoffnung auf eine positive Veränderung unseres Lebensraumes zu wecken".

 

 

 

Badischen Neuesten Nachrichten vom 23. März 2004 von Herbert Menrath
Klanglicher Schmelz adelte die Interpretationen - Harmonie-Männerchor und Spiritualchor Karlsruhe gaben gefeiertes Gospelkonzert in Büchenau  

 

Eine großartige Idee: Anlässlich seines 85-jährigen Bestehens gestaltete der Männerchor Harmonie Büchenau zusammen mit dem Spiri tualchor Karlsruhe als Gastchor ein Gospelkonzert in der katholischen Kirche in Büche nau. Das Ergebnis war von hoher Qualität und einzigartiger Wirkung. Spirituals und Gospels, geistliche Gesänge der Negersklaven, bilden eine absolute Einheit von ergreifender Musikalität und vitaler Er lebnisfähigkeit, und schöpfen aus dem reichen Fundus der christlichen Botschaft. Die Sehn sucht nach Freiheit konnte und durfte sich nur in religiösen Metaphern artikulieren. Wenn sich heute gestandene Männerchöre an diese Literatur heranwagen, so sei bedacht, dass sie Neuland betreten, in das sie sich aus ihrem ursprünglich anderen Zuhause herantasten müs sen. Jüngere Chöre jedoch gehen vielfach von dieser Literatur aus und bewegen sich ob ihrer hohen Flexibilität auch auf neue Formen mit jazzartigen Elementen und sogar auf klassische A-cappella-Werke zu. So geschehen bei diesem Konzert. Der Harmonie Büchenau als Gastgeber war es vorbehalten, das Zaubertor dieser völlig unintellektuellen, im tiefen Sinne ursprünglich-naiven Glaubenswelt aufzustoßen. Was dann folgte, erstaunte die Zuhörer des überfüllten Gotteshauses. Teils a cappella, teils mit Klavierbegleitung (Matthias Böhringer) und Schlagzeug (Uwe Berggötz), verstand es Stefan Kistner, die vielfältigen Emotionen auszubrei ten und offenzulegen. Die hohe Musikalität des Chors und der klangliche Schmelz adelten die Interpretationen, wobei der junge Sänger Leo Geißler sich mehrmals als Solist auszeichnete. Der zweite Teil gehörte dem Gastchor unter der Leitung von Reiner Senger. Dieser Chor, inzwischen schon über 30 Jahre alt, entstand aus einerevangelischen Jugendgruppe und hat bis heute

 

seinen jugendlichen Charme nicht verloren: Körpersprache, Mimik, Gestik und ein rhythmischer Drive sind nur einige der Vorzüge dieses etwa dreißig Sängerinnen und Sänger umfassenden Klangkörpers. Sie wollen nicht etwa die rauen und kehligen Töne der schwarzhäutigen Chöre imitieren, sondern mit den auf dem Boden unserer europäischen Kul tur gewachsenen Klangvorstellungen die Gesänge erlebbar machen. Und sie wurden zum Erlebnis, das — ähnlich wie im ersten Teil — durch eine kluge klangli che Regie vertieft wurde. Der Wechsel zwi schen kleinem und großem Chor, die Einbezie hung von Solisten (Irene Zeiß, Annemarie Mayer, Elvira Holzleitner, Bertram Pabst) und einer Combo (Helmut Zimmer, Piano; Uwe Berggötz, Schlagzeug, Christian Senger und Stefan Spieß, Gitarre), einmal sogar erweitert durch ein australisches Didgeridoo (Sebastian Stöß), der Auftritt einer kleinen Männerchor- und gemischten Chorgruppe wurden zu einem starken musikalischen Bogen. Dieser spannte sich sich von einem jüdischen Medley mit jazzartigen Elementen über be wegte Gospelgesänge bis hin zu neueren Song - Bearbeitungen. Reiner Senger, der viele eigene Arrangements beisteuerte, brillierte nicht nur als Chorleiter, sondern auch als Begleiter am Klavier, als Gesangs- und Instrumentalsolist: Eine Renaissance-Komposition von Cristobal Morales diente als klanglicher Hintergrund für seine Improvisationen auf dem Sopransaxofon. Zum Schluss noch der klangliche Höhe punkt: Die Büchenauer und Karlsruher Sänger vereinigten sich mit dem „Amazing Grac e" zu einer echten „Harmonie”, einem herrlichen Fi nale, nach welchem die Zuhörer spontan ste hend ihre Achtung vor der Leistung der beiden Chöre bekundeten.
 

 

 

 

Heilbronner Stimme vom 11. November 2003 von Arnd Waidlich
Mächtige Chöre und feine Melodien

 

Seinen 95. Geburtstag feierte der Männergesangverein Liederkranz Eppingen-Rohrbach am Sonntagabend mit einem sehr gut besuchten Konzert in der Pfarrkirche St. Valentin. Das Konzert unter dem Motto "Jahre kommen, Jahre ziehen" begann der Liederkranz mit dem gleichnamigen Lied von Rudi Kühn, gefolgt von den "Klängen der Freude" (Willi Trapp) und "Vineta " (Ignaz Stein). Als Gast hatte sich der Rohrbacher Liederkranz mit der "Harmonie" aus Büchenau ein Schwergewicht des Chorgesangs eingeladen. Die Sänger aus Büchenau vertraten die Stadt Bruchsal schon des öfteren bei offiziellen Anlässen. Dass das nicht von ungefähr kommt, bewiesen sie an diesem Abend. Der 55-köpfige Chor glänzte nicht nur bei Josef Gabriel Rheinbergers "Abendlied" mit mächtiger Fülle. Ebenso gelungen waren "O du stille Zeit" und Rimsky-Korsakows "Vater unser". Mit dem russischen Einfluss bei diesem Lied zeigte der Chor, dass er fremdländischen Tendenzen nicht abhold ist. Im weltlichen Teil des Konzerts entführte die "Harmonie" mit den Gospels "Good News" und "Steal Away" in die USA. Quasi als Ausgleich wurde das "O Happy Day" in einer ungewohnten deutschen Version dargeboten.
Damit nicht genug, begab sich der Liederkranz beim "Herr, gib Frieden" in kurzen Passagen ebenfalls auf russisches Terrain. Gelungen auch die Interpretationen des "Herr unser Gott" von Ignaz Schnabel und Wolfgang Tropfs " Die Rose". Beide Chöre vereinigten

 

sich zu den abschließenden " O Herr, welch ein Abend" (Otto Groll) und "Hört, ihr Herren " (Klaus Siefert) im Altarraum.
Vor der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche zog Liederkranz-Vorsitzender Ernst Färber zufrieden sein Resümee. Er zeigte sich überwältigt von der Resonanz und dem musikalischen Niveau der Liedvorträge an diesem Abend. Darin schloss er die beiden Solisten ein. Sopranistin Dorothea Mayer sang im klassisch geprägten Teil Franz Schuberts "Im Abendrot" und das "Panis Angelis" von Cesar Franck. Im zweiten Teil, der sehr gospelig daherkam, war sie mit Celine Dions "My heart will go on" vertreten, dem Titelsong aus dem Film Titanic. Komplettiert wurde ihr Reigen mit "I don't know how to love him" aus Jesus Christ Superstar. Obwohl gesundheitlich hörbar angeschlagen und die Stimmbänder zwischen den Auftritten immer wieder mit Kamillosan "ölend", gelang ihr dabei dennoch eine überzeugende Leistung.
Ein anderer Solist begeisterte mit seinen Zwischenspielen. Was Johannes Sieber bot, war eigentlich viel zu schade, um nur die Übergänge zwischen den zwei Chören zu füllen. Der erst sechzehnjährige Landshausener legte eine fulminante Toccata und Fuge von Johann Sebastian Bach hin, die das ganze Konzert überstrahlte.

 

 

 

WILLI , das Stadtmagazin für Bruchsal 05/2003 © WILLI
Wir singen alles. Außer Hochdeutsch

Der Autor, Herr Thorsten Konrad, wird sehr wahrscheinlich gerade für dieses Werk einen Literaturpreis erhalten. Aber lesen Sie selber. Hier finden Sie das Original im pdf-Format.

 

 

 

Badische Sängerzeitung vom Februar 2003
In Wien mit Chören aus aller Welt musiziert  

 

Mit Chören aus aller Welt zusammenzutreffen, sich zu messen und auszutauschen war ein wichtiger Grund für die Reise der Büchenauer Sänger nach Wien. Ein weiterer Grund war die Einladung des Wiener Erzbischofs, Kardinal von Schönborn, eine von ihm zelebrierte Messe im Stephansdom mitzugestalten; ein Meilenstein in der Geschichte des Vereins! Alle 27 Chöre, die das Adventssingen gestalteten, wurden am Sonntagabend zum Abschlussempfang in den Festsaal des Wjener Rathauses eingeladen und nach Übergabe von Urkunden endete der offizielle Teil mit dem gemeinsamen Lied "Freude schöner Götterfunken" von Ludwig van Beethoven. Zur Überraschung aller dirigierte Chorleiter Stefan Kistner diesen "Weltchor" 

 

in imposanter Stärke von rund 1.000 Stimmen. Beim eigentlichen Adventssingen wurden unter der Leitung von Stefan Kistner neben anderen Stücken der "Christmettenaufruf" aus der Sammlung europäischer Weihnachtslieder und "0 happy day" vorgetragen. Die letzte Herausforderung folgte im Kloster Melk, in der dortigen Klosterkirche war u. a. "0 du stille Zeit" in einer von Stefan Kistner bearbeiteten Version und "The Rose" von A. MC. Broom zu hören. Mit einem organisatorisch und kulturell gelungenen Adventssingen konnten die diesjährigen Vereinstätigkeiten gebührend abgeschlossen werden .

 

 

 

Badische Neueste Nachrichten vom 11. Dezember 2002
Kistner dirigierte den Weltchor
MGV Harmonie Büchenau bei Adventsingen in Wien und Melk

 

Wien/Bruchsal-Büchenau (ag) Ein Höhepunkt folgte dem anderen bei der Wienreise des MGV Harmonie Büchenau. War schon die Mitwirkung des Chors bei dem von Kardinal Dr. Christof Schönborn am Nikolausabend im Stephansdom zelebrierten feierlichen Messe laut Vorsitzender Manfred Zimmermann bereits „ein Meilenstein der Vereinsgeschichte“, kamen drei weitere hinzu. Am frühen Abend des Samstag intonierte der MGV beim „Internationalen Adventsingen“ im Festsaal des Wiener Rathauses unter der Chorleitung von Stefan Kistner vor rund 800 Zuhörern mit großem Erfolg acht Lieder. Bei dieser Veranstaltung treten an den vier Adventswochenenden insgesamt 101 Vereine oder Gesangsgruppen auf. Am zweiten Wochenende waren dies insgesamt 27, die aus aller Welt angereist waren. Mehr als eine Marginalie. Der MGV war der einzige Chor, . der mit seinem Stadtoberhaupt vertreten war. Oberbürgermeister Bernd Doll wurde denn auch persönlich begrüßt, seine Anwesenheit vom Publikum mit viel Beifall honoriert. Die angereisten Vereine kommen jeweils am späten Sonntagabend nochmals im Festsaal des Wiener Rathauses zum Abschlussempfang und zur Urkundenübergabe zusammen. Am letzten Sonntag waren dies rund 1000 Personen. Der offizielle Teil

 

endet dann traditions gemäß damit, dass gemeinsam die Europahymne „Ode an die Freude“ („Freude schöner Götterfunke“) gesungen wird. Bei Beginn dieser Veranstaltung gab es eine große Überraschung. Der Büchenauer MGV mit seinem Chorleiter Stefan Kistner kam offensichtlich bei seinem Vortrag am Samstag so gut an, dass ihm die hohe Ehre zuteil wurde, den „Weltchor“ bei der Abschlusshymne zu dirigieren. Kistner hat diese Herausforderung als „Herr über 1000 Stimmen“ mit Bravour gemeistert. Ein letztes Mal muss sich die Ortsbezeichnungen „Brooklyn/New York, Graham/North Carolina, Shaker Heights/Ohio, Büchenau/ Deutschland“ auf der Zunge vergehen lassen. Der Grund: Dies waren die im Programm ausgewiesenen Ortsangaben der vier Chore, die am „Internationalen Adventsingen“ in der Stiftskirche des Klosters Melk am Sonntagnachmittag auftraten. Die barocke Klosterkirche war voll besetzt, als der MGV mit einer geforderten Zugabe neun Lieder intonierte. Dem Auftritt ging schon vor Monaten eine strenge „Qualitätsprüfung“ voraus, der der Chor in dem einmaligen Ambiente des Gotteshauses mehr als gerecht wurde.
 

 

 

 

Badische Neueste Nachrichten vom 9. Dezember 2002
Büchenauer Chor mit wohltuender Freundlichkeit empfangen - Persönliches Ständchen der Sänger für Kardinal Christof Schönborn nach einem festlichen Gottesdienst im Wiener Stephansdom

 

Bruchsal-Büchenau/Wien (ag). Seinem Wahlspruch „Ich aber nenne euch Freunde“ wurde er mehr als gerecht, der Wiener Erzbischof, Kardinal Dr Christof Schönborn. Ein Beleg dafür waren am Nikolaustag seine einführenden Worte bei dem von ihm zelebrierten Abendgottesdienst im Stephansdom der österreichischen Hauptstadt (wir berichteten). Er begrüßte vor mehreren hundert Gottesdienstbesuchern den mitwirkenden Männergesangverein „Harmonie“ Büchenau und den Oberbürgermeister der Stadt Bruchsal, Bernd Doll. Zuvor hatte der Kardinal tiefgestapelt, als er im Einladungsschreiben an den Oberbürgermeister die von ihm zelebrierte Herz-Jesu-Abendmesse als einen „eher schlichten Gottesdienst“ bezeichnet hatte, der „freilich kein feierliches Hochamt" sei. Immerhin nämlich erfolgte der Einzug des Kardinals mit vier weiteren Priestern und acht erwachsenen Ministranten, die ihm auch bei der Messfeier beistanden, bei vollen Orgelakkorden in sehr feierlicher Form. Aus Bruchsaler und Büchenauer Sicht hatte die Messe den Charakter eines Hochamtes, verbunden mit einer eindrucksvollen Predigt zum Tagesevangelium. Dem Gottesdienst im Stephansdom folgte ein Empfang des Kardinals in der Sakristei für die mit Begleitungen 100 Personen starke MGV-Delegation mit dem Oberbürgermeister an der Spitze. Die Begegnung war durch zwei Umstände gekennzeichnet. Einerseits durch die wohltuende Freundlichkeit, mit der der charismatische Oberhirte seinen Bruchsaler Besuchern begegnete, und andererseits durch die Bewunderung und Verehrung, derer er sich sichtlich bei Letzteren erfreuen durften.

 

Dies kam beim Empfang auch durch die drei kurzen Ansprachen zum Ausdruck. MGV-Vorsitzender Manfred Zimmermann schilderte das Empfinden der Sänger und ihrer Begleiter als eine Begegnung, die im Gedächtnis verwurzelt bleiben werde, sei sie doch „in unserem Tun der absolute Höhepunkt und zugleich ein Meilenstein der Vereinsgeschichte“. Ein persönliches Ständchen des Chors für den Kardinal mit dem Lied „The Rose“ von A. McBroom sollte das dankbar zum Ausdruck bringen. Bernd Doll charakterisierte das Zusammentreffen mit dem Kardinal als „Begegnung mit einer bedeutenden Persönlichkeit unserer Zeit“. Auf das Wort Kardinal Schönborns, dessen „Charisma begeistert“, dürfe man getrost hören. Schließlich hofft Doll, dass der geistliche Würdenträger - wie schon einmal als Weihbischof 1993 - wieder in Bruchsal zu Gast sein könne. Dem Wunsch begegnete Schönborn wohlwollend und zeigte sich erfreut, dass der Oberbürgermeister den jetzt bestehenden intensiven Kontakt mit der Residenzstadt seines Verwandten herbeigeführt habe. Er zeigte sich auch sehr interessiert an den Liedvorträgen wahrend des Gottesdienstes, insbesondere für das Schlusslied „Gaude Mater“ von T. Klonowski, zu dem er sich von Chorleiter Stefan Kistner die gesanglichen Details erklären ließ. Die Wienreise des MGV Büchenau wurde am Samstag durch einen Konzertauftritt beim „Internationalen Adventsingen“ im Festsaal des Wiener Rathauses fortgesetzt. Ein dritter Auftritt folgte gestern in der Stiftskirche des Klosters Melk.
 

 

 

 

Badische Neueste Nachrichten vom 7. Dezember 2002
Mit Kardinal Schönborn im Stephansdom

 

Wien/BruchsaI-Büchenau (ag) „Es ist kein feierliches Hochamt, sondern ein eher schlichter Gottesdienst“, hatte der Erzbischof von Wien, Kardinal Dr. Christoph Schönborn, in seiner Einladung an den Männergesangverein „Harmonie“ Büchenau mitgeteilt. Dieser wirkte gestern Abend an der von Kardinal Schönborn zelebrierten monatlichen Herz-Jesu-Messe im Stephansdom der österreichischen Hauptstadt mit. Die Weichen hierfür hatte Oberbürgermeister Bernd Doll gestellt. Der OB konnte es einrichten, bei dem Gottesdienst selbst anwesend zu sein, sind doch die Bezüge derer von Schönborn zu Bruchsal vielfältig. Kardinal Christoph Schönborn (sein „von“ darf er in Österreich nicht fuhren) entstammt jenem Geschlecht, aus welchem in der Vergangenheit ein rundes Dutzend kurfürstliche und fürstbischöfliche Würdenträger hervorgingen. Einer von ihnen, Fürstbischof Kardinal Damian Hugo von Schönborn, machte im 18. Jahrhundert Bruchsal zur Residenz des Hochstiftes Speyer und ließ das neue Schloss erbauen. Davon zehrt die „Barockstadt“ noch heutzutage. Der seit 1995 als Erzbischof in Wien amtierende und 1998

 

zum Kardinal ernannte Christoph Schönborn hatte anlässlich des 250. Todestages von Damian Hugo im Jahre 1993 noch als Weihbischof Bruchsal besucht. Seit dieser Zeit ist man unter der Federführung von OB Doll in gegenseitiger Verbindung. Sechs Lieder intonierte der MGV unter der Leitung von Stefan Kistner bei der Abendmesse im ehrwürdigen Stephansdom. Das zwischen dem zwölften bis 14. Jahrhundert errichtete Bauwerk gilt als das Wahrzeichen der Stadt Wien und als das bedeutendste gotische überhaupt in Osterreich. Mit dem eingangs gesungenen „Abendlied" von Josef Rheinberger bis hin zum niederländischen Kirchengesang „Der Herr segne Euch aus Zion“ und als Schlusslied „Grande Mater" von T. Klonowski gab der Chor dem Gottesdienst einen besonders feierlichen Rahmen. Ein einmaliges Erlebnis für alle Büchenauer Sänger und deren Begleitung. Für die Ersteren auch eine ungewöhnliche Auszeichnung, denn Laienchöre dürfen nur ausnahmsweise an den Messen im Stephansdom mitwirken.
 

 

 

 

Badische Neuesten Nachrichten vom 15. Juli 2002
Aus Open Air wurde ein Festival - „Domizil"-Parkplatz vermittelte mittelalterliches Ambiente

 

Bruchsal-Büchenau (ag) Beginnen wir mit dem Ende des „Open-Air-Gesangs der etwas anderen Art" am Samstag Abend auf dem „Domizil "-Parkplatz des Hotels „Ritter" und zwei Feststellungen von Johannes Fuchs. Diese lauteten „Aus einem Open-Air-Konzert wurde ein Open-Air-Festival", und „Das heutige Konzert wird in die Büchenauer Festgeschichte eingehen, und es wird wohl nicht die erste und letzte Veranstaltung an dieser Örtlichkeit sein." Fuchs, ehedem Ortsvorsteher und Schulleiter, hatte die Moderation des Konzertes übernommen, das unter dem scherzhaften Motto "Männer sind was Wunderbares" stand. Alles andere als ein „zuhörender Festteilnehmer" - wie er stiefstapelnd seine Funktion beschrieb - führte er bemerkenswert Geistvolles und mit einem Schuss hintergründigen Humors zum Verhältnis der beiden menschlichen Geschlechter zueinander, bei dem über zweistündigen Programm aus. Und noch etwas: Die mehreren Hundert Zuhörer waren nicht nur von dem bunten Reigen der Vorträge begeistert, sondern auch über die Veranstaltungsörtlichkeit und ihre Herrichtung. Der "Domizil"-Parkplatz an der Gustav-Laforsch-Straße vermittelte mit seiner Seitenbegrenzung durch den "Hummelstall" beziehungsweise der Pfarrhausmauer und die Begrünung beider ein fast mittelalterliches Ambiente. Bei der Veranstaltung entstand eine Atmosphäre, wie sie Besucher der Ettlinger

 

Schlossfestspiele zu schätzen wissen. Das Konzert selbst begann mit sechs Liedern des gastgebenden Männergesangvereins Harmonie Büchenau unter der Leitung seines Chorleiters Stefan Kistner, die allesamt begeisterten. Den größten Beifallssturm erhielt er für das in englischer Sprache vorgetragene Lied, was man mit einem betrunkenen Seemann anfangen soll („What shall we do with the drunken Sailor" von Eilsen). Mit Beifall überhäuft wurden die fünf Vorträge des Rettigheimer Schlagzeugensembles „Percussion Power" unter der Leitung von Rüdiger Burkhard. Meisterhaft, wie die acht jungen Männer im Alter zwischen zwölf und 19 Jahren mittels dreier Xylophone und fünf Schlagzeuginstrumente die Overtüre/Soldatenmarsch aus dem 3. Akt der Oper „Wilhelm Teil" von Gioacchino Rossini darboten. Insgesamt acht Lieder brachte der Sängerbund aus Oberflockenbach unter der Chorleitung von Hans-Joachim Karl zum Vortrag. Wie beim MGV erhielt hierbei ein in englischer Sprache gesungenes Lied mit einer exzellenten Solistenleistung des 1.Vorsitzenden, Klaus Keller, den größten Beifall „Marry an woman uglier than you" (Heirate eine Frau, die hässlicher ist als Du!) von de Paur „Dann wirst Du glücklich", folgert das Lied.
 

 

 

 

Badische Neuesten Nachrichten vom 29. Juni 2002
Erfolg im „Mekka des Chorgesangs" - Männergesangverein Harmonie Büchenau

 

„Wenn bisher in Sangerkreisen gesagt wurde, ein Chor aus Baden könne bei einem Wertungssingen in Hessen nicht gewinnen, hat unser Verein nunmehr bewiesen, dass dies eine Fabel ist", lautete das Resümee des MGV-Vorsitzenden Manfred Zimmermann bei einem Gespräch mit der Bruchsaler Rundschau. Seine Sänger „wagten" sich am letzten Wochenende, bei den als "Mekka des Chorgesangs" geltenden Chortage in Leihgestern anzutreten Dieser Sangerwettstreit in Hessen ist dadurch gekennzeichnet, dass ein neuartiges Wertungssingen durchgeführt wird Die Chore werden nicht mehr nach ihrer Personalstärke, sondern nach der „Schwierigkeit der Literatur" bei einer gleichzeitigen Vorgabe eines Pflichtvolksliedes in Gruppen eingeteilt. Die Büchenauer Sänger errangen in ihrer Gruppe den 1. Klassenpreis mit dem Prädikat „hervorragend" und ihr Wertungsergebnis war das Drittbeste von 18 Chören in drei Gruppen. Aber nicht nur das MGV-Chorleiter Stefan Kistner gewann zusätzlich den 1. Dirigentenpreis. Laut Zimmermann ein Beweis dafür, welche "aufopferungswillige und fantastische Arbeit" Kistner für die Büchenauer Sänger leiste. Der MGV startete bei dem Wertungssingen in Hessen in der Gruppe B,

 

bei der als Messlatte von einer „mittleren Schwierigkeit" ausgegangen wird. Das vorgegebene Pflichtvolkslied war für diese Gesangvereine „O du schöner Rosengarten" von Kurt Lissmann. Daneben kamen die beiden von den Büchenauern ausgewählten Lieder „What shall se do with the drunken Sailor" von Steinar Eielsen beziehungsweise „Wir kamen von Piemont" von Wilhelm Heinrichs zum Vortrag. Bewertet wurden je Lied sieben Kriterien mit jeweils maximal 20 Punkten. Von den somit höchstmöglichen 420 Punkten erreichte der MGV (laut Zimmermann „fantastische“) 405 Punkte. Die beste Wertung mit insgesamt 137 Punkten wurde mit dem Vortrag des Liedes „What shall we do with the drunken Sailor" erzielt. Zimmermann: „Neben den 20 Punkten für „Auffassung, Rhythmik und Phrasierung haben wir uns insbesondere für die gleiche Punktzahl beim Kriterium „Sprache" gefreut. Die englischen Sprachkenntnisse der Büchenauer Sänger kommen nicht von ungefähr sie sind das Ergebnis der langjährigen Partnerschaft mit dem „Pontnewydd Male Choir" aus Cwmbran (Wales).
 

 

 

 

 

 

Mitteilungsblatt der Stadt Bruchsal vom Oktober 2001
MGV Harmonie als Gast in der Karlsburg Durlach 

 

Auf Einladung des Durlacher Frauenchor 1987 e.V. wirkte der MGV am 6. Oktober 2001 bei deren Herbstkonzert mit. Im herbstlich geschmückten Festsaal boten die Chöre und Solisten, unterstützt durch die bekannt gute Akustik und einem angenehmen Ambiente hervorragenden Gesang. Der Frauenchor eröffnete unter Leitung seines Dirigenten Rigobert Brauch den Abend mit herbstlichen Liedern im Satz von Josef Michel. Ein Instrumental-Duo leitete mit romantischen Weisen über zu Auftritt des MGV Harmonie Büchenau. Unter der Leitung von Stefan Kistner sang der Chor Melodien aus Europa von R.Kern / F.Silcher / W.Heinrich und W.Giesen. Im zweiten Teil brachten die Sänger in ebenso überzeugender Weise drei ihrer diesjährigen Wertungsstücke „What shall we do with the drunken sailor“ von S. Eielsen, „In der Ferne“ von F. Silcher und das „Abendlied“ von J. Rheinberger im Satz von H. Schlaud zum Vortrag. Vor dem gemeinsamen Abschluss waren die Solistinnen Barbara Fien und Hiltrud Klöter

 

mit bezaubernden Solos zu hören. Die gemeinsamen Lieder „Take me home“ ein walisisches Volkslied von Edwards & Hand sowie „Only you“ bekannt durch die „Flying Pickets“ von V. Clarke/M. Vincent wurden vom Publikum ebenso mit brausendem Beifall bedacht. Begeisternd äußerte sich auch Herr Prof. Klaus W. Hodann von der Moscow State University of Culture and Art, der dem MGV Harmonie am 7.Oktober schrieb: „... mit großem Vergnügen habe ich Ihre geradezu semiprofessionellen Chorvorträge gestern Abend erlebt. Präzise musikalische Arbeit mit Engagement vorgetragen. Das besondere Merkmal war, alles auswendig und ohne Fehler vorgetragen. Allen Chorherren und sonderlich auch Ihrem hochbegabten künstlerischen Leiter Stefan Kistner mein uneingeschränktes Lob. Ich weiß von was ich rede, denn ich kenne die Materie aus eigenem mühevollen aber auch beglückenden Erleben.
 

 

 

 

 

 

Lied & Chor - Februar 2001 (Herausgeber: „Deutscher Sängerbund“)
Die Kraft der Musik einigt die Völker - „Friendship" mit einem walisischen Männerchor.

 

Die Zeitung berichtete von einer ungewöhnlich hohen „Ausländerquote", beim MGV Büchenau herrschte Hochstimmung 93 Gäste aus der Partnerstadt Cwmbran in Wales hatten sich quasi über Nacht unter die 2000 Seelen des Bruchsaler Stadtteils Büchenau gemischt. Vom 22.-27. Oktober 2000 verweilten sie im badischen Ländle, tourten sie nach Heidelberg, nach Baden-Baden und in den Hochschwarzwald, oder genossen schlichtweg die Begegnung mit den befreundeten Gastfamilien. Die beiden Konzerte im Bürgerzentrum Bruchsal und in der Kirche zu Herrenalb wurden zu unvergessenen Höhepunkten „Friendship", dargestellt in leuchtend rotem Schriftzug wie die stilisierten Sänger in der Notenlinie des Büchenauer MGV-Logos, lautete das Motto des Konzertes im Bürgerzentrum Bruchsal Evergreens, klassisches Liedgut, Volksliedsätze, Traditionals und mitreißende Arrangements bestimmten die Konzertdarbietungen des Pontnewydd Male Choir (Leiter Walford J Hutchings) und des MGV Harmonie Büchenau (Leiter Stefan Kistner), die jeweils für sich Leistung und Wirkung in zeitgemäßer Form geschickt zu verbinden wussten. Mit Chorarrangements wie „Only you" (Flying Pickets), „Take me home" (Edwards & Hand), „Funiculi-Funicula“ (L. Danza/W. Giesen) und "Conquest of Paradise (Vangelis/Hutchings & Stefan Kistner) boten beide Chöre vereint ein furioses Finale. Der Sinn des gewichtigen wie allgemeingültigen Satzes „The Power of Music unites People - Die Kraft der Musik einigt die Volker" wurde spätestens hier für jeden Einzelnen auf der Bühne wie im Publikum zu einer emotional erlebten Erfahrung der besonderen Art. Die Fotos, die dies dokumentieren, fangen nur Augenblicke ein und sind doch in ihrer Aussage kraftvoller, als es Worte je vermögen. Fast musste man da eine Bildergeschichte bieten. Angefangen hat alles vor 13 Jahren. In der Generalversammlung des MGV Harmonie Büchenau 1987 wurde der Beschluss gefasst, den Pontnewydd Male Choir (PMC) nach Büchenau

 

einzuladen. Die spontan zugesagte Unterstützung der Stadtverwaltung von Bruchsal motivierte. Im April 1988 gab es erste direkte Kontakte mit einer Delegation aus Wales in Büchenau. Ein halbes Jahr später standen die beiden Chöre bereits zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne. 1990 reisten die Büchenauer nach England, 1993 und 1996 folgten weitere Begegnungen in Deutschland und England. Im Jahr 2000 lud Büchenau ein. Neuerlich rührte die walisischen Gäste „die imponierende Gastfreundschaft" der Büchenauer. „Es ist nicht nur der Empfang, so Clive Parton, Vorsitzender des PMC, „es sind die Organisation und dabei die Liebe zum Detail, die wir bewundern". Zeitlichen und persönlichen Aufwand hatten die Organisatoren hierbei nicht gescheut. Im Stile professionellen Managements mit präzise verteilten Aufgaben und Zuständigkeiten zogen sie das Projekt durch - von der Gästeliste über die Werbung, Bürgermeisterempfang, Ausflugsrouten bis hin zu Bewirtung und Geschenke an die Gäste wie die vielen Helfer. Auch hier kam der Chorgesang nie zu kurz „Alle Begegnungen der Bürger beider Partnerstädte stellen einen bescheidenen Beitrag für die Entwicklung Europas in guter Zukunft dar" resümiert Gunter Raab, Vorsitzender der Gemeinschaft der Freunde Cwmbrans. Dass hierbei die Männerchöre aus Cwmbran und Büchenau im Geiste jener Proklamation, die der Weltchorverband IFCM 1990 in Helsinki formulierte, handelten, rief Manfred Zimmermann, Vorsitzender des MGV Harmonie Büchenau nochmals in Erinnerung „Austausch und Lebensart zu gestalten, Länder und Sprachgrenzen zu überwinden, Hoffnung auf eine positive Veränderung unseres Lebensraumes zu wecken und vor allem Freundschaften zu knüpfen und zu pflegen" (Zimmermann), bestimmt das Tun beider Chöre - nicht nur jetzt und heute.
 

 

 

 

 

 

Badische Neuesten Nachrichten vom 28. Oktober 1999
Harmonie" blieb an Stimmgewalt und Volumen unübertroffen - Der Büchenauer Männergesangverein gemeinsam mit dem „Montanara-Chor" ein Galakonzert im Bruchsaler Bürgerzentrum

 

Der Männergesangverein „Harmonie" Büchenau hatte anlässlich seines 80-jährigenBestehens den weltberühmten Montanara-Chor zu einem Galakonzert ins Bruchsaler Bürgerzentrum eingeladen, wobei der Gastgeber die jeweiligen Konzertteile mit je drei eigenen Liedvorträgen eröffnete. So stand zu Beginn Rolf Kerns Satz „Abendruhe", bei dem der Solist Rudi Katz durch seine sichere Stimmführung überzeugte. Der MGV Büchenau, mit seinen gut 60 Sängern ein in allen Stimmen gut besetzter und bestens disponierter Chor, präsentierte sich unter seinem jungen Dirigenten Stefan Kistner in Bestform. Silchers Komposition „Entschuldigung" oder Kühns Bearbeitung zu „Weit gehen die Gedanken" zeugten von einer guten Vorbereitung, strahlte der Chor doch eine große Souveränität aus. Dem Chorleiter Stefan Kistner, der die Sänger mit fesselnder Akkuratesse und großer Präzision führte, stand ein außerordentlich disziplinierter und musikalisch engagierter Chor gegenüber. Nicht, weniger diszipliniert zeigte sich der Montanara-Chor unter der Leitung von Professor Harry Pleva. Die rund 20 Sänger, allesamt ausgebildete Solisten, standen dem MGV Büchenau in Sachen Intonation und dynamischer Gestaltung keineswegs nach, doch an Stimmgewalt und Klangvolumen ließen sich die Sänger des MGV „Harmonie" beileibe nicht übertreffen. In angemessen arrangierten und von Harry Pleva ständig mit süßlichen Arpeggien am Klavier begleitenden Sätzen beliebter und eingängiger Lieder wie „La Montanara", „Ein Lied geht um die Welt", „Chiantiwein" oder einem Potpourri der „West Side Story" zeigte der Montanara-Chor die gesamte Bandbreite seines Könnens, wobei natürlich eine entsprechende Choreographie und Dramaturgie nicht fehlen durften. Das sehr abwechslungsreiche Programm zeigte im Übrigen sehr deutlich die Vielseitigkeit der Chöre,

 

auch im Hinblick auf die mit Solisten aufgeführten Werke. Da der Montanara-Chor ja ohnehin ein Chor aus Solisten ist, richtete sich das Augenmerk hier vielmehr auf Werner Heckmann, den ersten Solotrompeter des Stuttgarter Staatstheaters. Mit atemberaubender Leichtigkeit meisterte er selbst schwierige Passagen und absolvierte seine Soli mit Bravour, wofür er vom Auditorium mit stürmischem Applaus gefeiert wurde. Ebenso beeindruckend waren die Solisten aus den Reihen des MGV Büchenau: Neben Rudi Katz brillierte vor allem Leonhard Geißler. Der jüngste Nachwuchssänger des MGV trat mutig und mit klarer Stimme hervor und bot seinen Part sehr deutlich artikuliert und akzentuiert dar. Bei dem äußerst lebhaft und mitreißend präsentierten Arrangement „Funiculi-Fünicula" glänzte ein Sänger aus den eigenen Reihen, Jochen Geißler, sogar als Pianist. In musikalischer Hinsicht war dieser Galabend ein voller Erfolg und eine bewundernswerte Leistung aller Beteiligten zugleich. In seinem Vorwort hatte der Vorsitzende des MGV Büchenau, Manfred Zimmermann, der Hoffnung Ausdruck verliehen, „dass dieses Konzert auch mit dazu beiträgt, neue Freunde zu gewinnen, um in gestärkter Gemeinschaft neue Aufgaben im kulturellen Schaffen anzugehen". Der Meinung, dass eine solche Sternstunde der guten Chormusik, wie sie im ausverkauften Bürgerzentrum zu erleben war, mit Sicherheit ein positiver Impuls für die Kulturlandschaft sein kann, waren auch die Zuhörer, die mit tosenden Beifallsstürmen beiden Chören ihre Zugaben abforderten. So war der gemeinsam gesungene Gospel „Oh Happy Day" nicht nur festlicher Abschluss eines grandiosen Galakonzertes, sondern gleichermaßen auch der Beschluss eines für den Chorgesang tatsächlich „geglückten" Tages.

 

 

 

 

 

Badische Neuesten Nachrichten vom 30. November 1998
Verbindendes voller Hingabe - Männergesangverein Büchenau stellte erste eigene CD vor 

 

„Rhythmus des Lebens" ist der Titel der ersten Musik-CD, die der Männergesangverein Harmonie Büchenau dieser Tage herausgebracht hat. Die erste Scheibe überreichten Dirigent Stefan Kistner, Robert Schlichter, der Vorsitzende des Vereins, und Ortsvorsteher Wolfgang Biedermann dem Bruchsaler Oberbürgermeister Bernd Doll. Es geht den Büchenauer Mannen in erster Reihe darum, „Musik zu vermitteln, Musik, die in der Lage ist, harmonische Stimmungen zu schaffen, Gefühle auszudrucken und Menschen zu verbinden", erklärte Robert Schlichter dem Oberbürgermeister. Der Büchenauer Männerchor habe sich im Laufe seines fast 80jährigen Bestehens einerseits der Tradition verpflichtet gefühlt, andererseits sei er aber auch immer für Neues offen gewesen, heißt es in der Begleitbroschüre der CD. Die Partnerschaft mit dem Pontnewydd Male Choir in Wales im allgemeinen und die Freundschaft zwischen Stefan Kistner und seinem walisischen Kollegen haben den Chor, sowohl was das Repertoire als auch das gesellschaftliche Leben betrifft, wesentlich mitgeprägt. So werden von den insgesamt 16 auf der CD aufgezeichneten Liedern,

 

sieben in englischer Sprache vorgetragen. Zwei weitere Lieder sind Vertonungen, die Stefan Kistner selbst vorgenommen hat. Als besonders positiv hob der Oberburgermeister auch die Altersstruktur des Vereins hervor. Der MGV Büchenau sei einer der wenigen Gesangvereine, die relativ geringe Nachwuchsprobleme haben. Er führt es unter anderem auch auf das zeitgemäße Repertoire zurück. Der Verein habe sich immer wieder ein großes Ziel gesetzt, bei dessen Erreichen die Mitglieder zusammenhalten mussten. Das habe den Verein im Laufe der Jahre immer wieder gestärkt, erläuterte Robert Schlichter Als Beispiele nannte er die beiden Konzertreisen nach Wales oder auch das Einspielen der CD 18 Stunden dauerte allein die Aufnahme in einem Karlsdorfer Studio, wenn man all die Proben noch dazurechne, könne man erst ermessen, welche immense Arbeit hinter der CD stecke, so Wolfgang Biedermann Eine hohe Qualität verlange halt auch einen hohen Einsatz, obwohl das Credo des Vereins heißt „Musik muss nicht perfekt sein, sie muss voll Hingabe sein" - so nachzulesen im besagten Begleitheft.

 

 

 

 

 

Badische Neuesten Nachrichten vom 23. Oktober 1996
Mit betörendem Piano ein Meilenstein der „Harmonie". Die Bruchsaler hörten, was sie an
Martin Gantner haben.

 

„Wir laden uns Freunde ein", lautete das Motto für das Chorkonzert, und wenn man sich umschaute, so konnte man erkennen, dass der Männerchor „Harmonie" Büche-nau wohl zu den beliebtesten Chören der Region gehört, war doch der Rechbergsaal des Bruchsaler Burgerzentrums nahezu ausverkauft Spätestens nach den ersten Gesängen konnte auch ein nicht eingeweihter Zuhörer die Zuneigung verstehen, derer sich dieser Klangkörper erfreut Die Darbietung geistlicher Chorlieder und Spirituals zeugten von einer außerordentlichen Disziplin der Sänger, von einer guten und umsichtigen Stimmschulung durch den Chorleiter und einem feinen Gespür für die richtige Phonetik der lateinischen, englischen und walisischen Sprache -und dies alles auswendig vorgetragen. Der Boden des Volkstümlichen wurde bei den weltlichen Chorsatzen zu Liedern der Heimat von Kempkens, Klefisch, Kühn und McBroom auch kaum verlassen, eher schon in der kleinen Chorballade „Ein großer Teich war zugefroren" auf einen leicht ironischen Text von Goethe Doch die Sänger der „Harmonie" hatten auch „neue Töne", sprich aktuelle Musik unseres Jahrhunderts parat Im Zentrum des Konzertes standen Beitrage aus Orffs „Carmina burana", nämlich der zweite Teil, der „In der Schenke" spielt. Ein durchschnittlicher Männerchor kann ein solches Werk kaum realisieren, nicht so die Sänger aus Büchenau. Außerdem konnte man auch die stimmlichen Fähigkeiten des Dirigenten Stefan Kistner bewundern, als er mit ferner, falsettierender Stimme die extrem hohen Kantilenen des „Schwanengesangs" anscheinend mühelos interpretierte. Zu einem „Galakonzert" gehört ein namhafter Gesangssolist. Mit dem Bruchsaler Bariton Martin Gantner, in allen großen Opernhäusern zu Hause und zur Zeit Mitglied an der Bayrischen Staatsoper in München, hatte man einen außerordentlichen Glücksgriff getan. Was Martin Gantner zu bieten hatte, sprengte alle Normen einer guten Darbietung, es war Weltklasse, wie er es verstand, den extrem hohen Lagen bei aller Flexibilität noch Glanz und Fülle zu verleihen ohne dabei den mimischen Ausdruck zu vernachlässigen. Der Solist übte sich bewusst in dynamischer Zurückhaltung, gestaltete aber jede Phrase und

 

melodische Wendung um so eindringlicher Seine hervorragenden darstellerischen Qualitäten erkannte man vor allem bei Orff und dann bei den Opernarien. Die Arien des Papageno aus der „Zauberflöte" (mit dem Spiel auf der Panflöte) und die Arie des Grafen „Heiterkeit und Fröhlichkeit" aus dem „Wildschütz" von Lortzing, am Klavier begleitet von Peter Nelson, ließen den Funken schnell aufs Publikum überspringen. Johann J. Beichel, der moderierte, bemerkte einmal spontan „Wir wissen, was wir an Martin Gantner haben - ob das die Münchner auch wissen?" Bei der Darbietung der „Taberna-Szene" aus „Carmina burana" unter der Leitung von Martin Schramm agierten hochmotiviert Marc Meister, Christian und Stefan Ruck, Mathias Schäfer und Jochen Specht. Die Darbietung des bekannten „Säbeltanzes" von Ar ram Chatschaturjan, von Martin Schramm geschickt auf die Schlaginstrumente übertragen, wurde für die bestechende Präzision mit tosendem Beifall belohnt. Unter den begleitenden Klängen der wie schon bei „Carmina" in zwei Flügeln präzise zusammenspielenden und gut aufeinander abgestimmten Pianisten Frank Bollheimer und Stefan Fuchs erklang der amerikanische Song „The Rhythm of Life " von C. Coleman in der Bearbeitung für Männerchor von R. Barnes. Auch aus der Auswahl dieses Stückes sprach der schon eingangs erwähnte Mut zum Ungewöhnlichen. Hiermit wurde bestätigt, was der Vorsitzende Robert Schlichter in seiner Laudatio auf den nun schon seit zehn Jahren in Büchenau wirkenden Chorleiter Stefan Kistner vermerkte: „Er ist immer auf der Suche nach neuer und herausfordernder Chorliteratur und nach Lösungsansätzen." In mühevoller Kleinarbeit hat er den Chor zu beachtlichen Leistungen geführt. Insbesondere im Piano versteht der Chor seine Hörerschaft zu betören. Dies zeigte sich noch einmal bei der ersten Zugabe, der „Belle Rose du Printemps“ bei der man die vielzitierte Stecknadel fallen hören können. Mit „O Happy Day“ und der Wiederholung eines Teils des offiziellen Schlussgesangs schloss das Konzert, Meilenstein in der Geschichte des Männerchors „Harmonie Büchenau".
 

 

 

 

 

 

Badische Neuesten Nachrichten 1994 Harmonie Büchenau, 75 Jahre jung!
BNN-Bericht 1 & BNN-Bericht 2

 


Badische Neuesten Nachrichten vom 24. September 1992
Standbild für die vergänglichste aller Künste - Neuer Musikbrunnen vor der Büchenauer Mehrzweckhalle bei Feierstunde eingeweiht

 

Bruchsal (PA) Der vergänglichsten aller Künste, der Musik, hat der Männergesangverein (MGV) "Harmonie" Büchenau ein bleibendes Standbild gesetzt einen Musikbrunnen. Der MGV - eines der Aushängeschilder der Stadt Bruchsal in Sachen Männergesang - sagte Oberbürgermeister Bernd Doll bei der feierlichen Übergabe, habe damit für alle sichtbar dokumentiert, dass sich in der neuen Mehrzweckhalle Sport und Musik zu Hause fühlen. Die großen Probleme in Büchenau seien gelöst, nun gehe man mit Erfolg daran, die I-Tüpfelchen auf das zuvor Geschaffene zu setzen. Die Idee, einen "Musikbrunnen" zu schaffen, hatte Jochen Geißler, der stellvertretende Chorleiter des MGV, schon 1986. Für die Ausführung haben Siegfried Geißler und Paul Schäffner - beide aktive Mitglieder des MGV - rund 500 Arbeitsstunden aufgewendet. Nun ist der Brunnen fertig und steht vor der Mehrzweck-, nicht wie anfangs beabsichtigt, bei der Veranstaltungshalle. Das rührige Trio Jochen und Siegfried Geißler und Paul Schäffner hat den Geschmack der Büchenauer getroffen. Fünf Notenlinien aus Edelstahlrohr winden sich um eine imaginäre Zentralachse.

 

Darauf hat Willy Süß die Edelstahlnoten der Oberstimme des Chorliedes "Schwinge dich auf, mein Lied" von L. Fuhrmann angeschweißt. Aus den oberen Enden der Notenlinien rieselt das Wasser auf die Steine des Beckengrundes, die aus einem Steinbruch in Knittlingen herangefahren wurden. Mit dem neu angelegten Weg, den Bänken zum Verweilen und mit dem Sickerschacht schufen die städtischen Mitarbeiter der Abteilung Garten- und Sportanlagen den richtigen Rahmen für die neue Plastik. Ortsvorsteher Johannes Fuchs steuerte die Beleuchtungsanlage bei. Für ihn ist der neue Brunnen ein Sinnbild der Sehnsucht nach Freude, Glück und Geborgenheit. Da die MGV-Mitglieder alles ehrenamtlich geleistet haben, kostete der Brunnen die Stadt nur 21.500 Mark. So billig, witzelte Manfred Zimmermann, der erste Vorsitzende des MGV, könne die Stadt Bruchsal kaum einen zweiten Brunnen bekommen. Wie ein harmonisches "Gesamtkunstwerk" wirkte denn auch die feierliche Übergabe Abenddämmerung, Altweibersommer und die weichen Klange der Chormusik unter der Leitung von Stefan Kistner.